Manchmal fällt es leichter, etwas Persönliches zu sagen, wenn niemand es sofort lösen, bewerten oder richtigstellen will. Ehrliches Mitteilen ist ein Selbsthilfe- und Kommunikationsformat, das du sofort anwenden kannst. In einer Gruppe braucht es dafür klare Reihenfolge, freiwillige Teilnahme, Vertraulichkeit und das Recht, jederzeit zu passen.
Beim Ehrlichen Mitteilen spricht eine Person für sich im Hier und Jetzt. Die anderen hören zu, ohne zu analysieren, Ratschläge zu geben oder die eigene Geschichte darüberzustellen. Der klare Rahmen macht eine begrenzte Gesprächsrunde möglich.
Was vor der ersten Runde vereinbart wird
Eine Person teilt mit, was gerade in ihr geschieht. Die anderen hören zu, ohne die Situation zu lösen, zu bewerten oder zu deuten.
Bevor ihr startet, vereinbart Dauer, Reihenfolge und Vertraulichkeit. Jede Person entscheidet selbst, was sie teilt. Auch ein „Ich passe heute“ wird ohne Rückfrage akzeptiert. Körperkontakt, Rückfragen und Feedback brauchen immer ausdrückliche Zustimmung.
Eine kleine erste Runde in drei Schritten
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Rahmen vereinbaren
Setzt euch so hin, dass jede Person den Platz jederzeit verlassen kann. Vereinbart Dauer, Reihenfolge, Vertraulichkeit und die Möglichkeit zu passen.
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Mitteilen und zuhören
Eine Person benennt Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken. Die anderen hören zu, ohne zu beraten oder zu deuten.
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Abschließen oder wechseln
Die sprechende Person beendet ihren Anteil selbst. Danach entscheidet die nächste Person frei, ob sie sprechen möchte.
Drei Satzanfänge, die bei dir bleiben
„In meinem Körper spüre ich gerade …“
„Wenn ich auf diese Situation schaue, ist da gerade …“
„Mein Kopf denkt gerade, dass …“
Ein Satz kann reichen. Auch „Ich finde gerade keine Worte“ ist eine ehrliche Mitteilung. Du entscheidest selbst, welche intimen Details du teilst. Niemand darf danach drängen.
Woran du einen verlässlichen Gruppenrahmen erkennst
- Freiwilligkeit: Du kannst sprechen, schweigen oder gehen, ohne beschämt zu werden.
- Vertraulichkeit: Was in der Runde geteilt wird, wird nicht weitererzählt oder als Material für spätere Konflikte benutzt.
- Keine Deutungshoheit: Niemand erklärt dir, was dein Erleben „eigentlich“ bedeutet.
- Klare Leitung: Jemand achtet auf Zeit, Unterbrechungen und Grenzen.
- Verantwortliche Leitung: Die Leitung erklärt Ablauf und Grenzen des Formats und macht keine unbelegten Versprechen über gesundheitliche Wirkungen.
Ein verlässlicher Rahmen sorgt dafür, dass niemand zum Sprechen gedrängt, übergangen oder mit einer Krise allein gelassen wird.
Wenn du vor einem Gespräch erst deine innere Anspannung einordnen möchtest, findest du im Beitrag Nervensystem überreizt einen kurzen Ablauf für Körpersignale, Auslöser und den nächsten Schritt.
Wann eine Gruppe nicht der richtige Ort ist
Akute Suizidgefahr, starke Dissoziation, anhaltendes Wiedererleben, aktuelle Gewalt oder eine Krise, in der du nicht sicher allein bleiben kannst, gehören in professionelle oder akute Hilfe. Eine Gruppe kann begleitend wichtig sein, darf aber nicht zur einzigen Anlaufstelle werden. In Deutschland erreichst du im Notfall 112; die TelefonSeelsorge ist unter 0800 1110111 und 0800 1110222 erreichbar.
Wenn du das Format zunächst zu zweit üben willst, findest du hier die Framebreak-Seite zum Ehrlichen Mitteilen. Für einen geschützten Gruppenrahmen schau auf die aktuelle Übersicht der Framebreak-Angebote.
Erste Gruppenrunde: Ablauf und Checkliste
Ich schenke dir eine 3-Schritt-Anleitung für eure erste gemeinsame Session. Sie enthält den Ablauf, Satzanfänge und eine kurze Checkliste für unterwegs. Du findest sie direkt im Artikel:
Worauf Ablauf und Gruppenrahmen beruhen
Ehrliches Mitteilen nach Gopal ist ein strukturiertes Selbsthilfe- und Kommunikationsformat mit Satzanfängen für Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken. Für die konkrete Methode liegen bislang keine belastbaren kontrollierten Wirksamkeitsstudien vor. Deshalb beschränkt sich dieser Artikel auf den Ablauf und einen verlässlichen Gruppenrahmen.
Erste Gruppenrunde: Ablauf und Checkliste
Meine kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung macht dich in wenigen Minuten mit Ablauf, Satzanfängen und den wichtigsten Vereinbarungen für eine erste Runde vertraut.
- Redezeit, Reihenfolge und Zuhörrolle vereinbaren
- Körper, Gefühle und Gedanken klar unterscheiden
- Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und Pausen klären